Handwerkskunde: Handeinzug
Als Handeinzug bezeichnet man das Einziehen von Besen, Bürsten usw. von Hand. Handeingezogene Ware überzeugt immer wieder durch ihre hohe Qualität, Langlebigkeit und ihre außergewöhnliche Schönheit. Der Handeinzug ermöglicht individuelle Gestaltung und lässt jedes Exemplar als kleines Kunstwerk erscheinen. Auch bietet sich hier die Möglichkeit der Reparatur von oftmals besonderen "Erbstücken".
Zum
Einziehen wird zunächst der entsprechende Holzkörper benötigt,
welcher aus einem Stück bestehen kann, wie z.B. bei Schrankbesen, bei
denen der Draht nachher sichtbar bleibt. Er kann auch aus zwei Teilen bestehen,
wie z.B. bei Handfegern und Besen. Hier wird der ungebrohrte Teil als Deckblatt
zum Verdecken des Drahtes verwendet. Die Hölzer sind mit konisch gebhorten
Löchern versehen, was bewirkt, dass sich die richtigen Menge Besatz
selbst im Loch festzieht. Bei zuviel Haaren passt das Büschel nicht
ins Loch, bei zuwenig fällt es durch.
Neben den Haaren und Fasern benötigt der Bürstenmacher einen elastischen Spezialdraht, der auf einer Stockspindel aufgewickelt ist. Zu Beginn fädelt er den Draht in die kleinere Öffnung des Anfangsloches, so dass er vor der gegenüberliegenden großen Öffnung eine Schlaufe bildet. In diese Schlaufe wird nun das Besatzmaterial gelegt, doppelt gehalten und festgezogen. So wird Loch für Loch und Reihe für Reihe gearbeitet.
Nach jeder Reihe erfolgt der Schnitt des Besatzmaterials. Die Löcher
werden nach einer bestimmten Reihenfolge gearbeitet, so dass die ganze Besatzfläche
mit einem Stück Draht festiggestellt werden kann. Zuletzt wird das Anfangs-
mit dem Endstück verdreht bzw. vernäht und gegebenenfalls der Deckel
aufgeschraubt bzw. genagelt. Als letzter Schliff erfolgt das Ausputzen des
Werkstückes mit einem Metallkamm oder einer Hechel. Ein kleiner Tipp:
Sie erhalten die Schönheit Ihrer Besen und Bürsten länger,
wenn sie hängend bzw. auf dem Rücken liegend aufbewahrt werden,
damit der Besatz sich entfalten kann.
