Warenkunde: Piassava
Piassava
ist ein Sammelbegriff für verschiedene elastische Palmfasern aus Südamerika
und Afrika, die zur Herstellung von Bürsten und insbesondere Besen verwendet
werden. Im Jahre 1843 wurde Piassava erstmals von einem Besenmacher namens
Rowbotham verarbeitet. Die Faser wurde bis dahin bei der Verschiffung von
Zucker aus Brasilien zwischen die Zuckersäcke gepackt, um das Gut vor
Feuchtigkeit zu schützen.
Im Laufe der Zeit nahm die Nachfrage nach Piassavabesen derart zu, dass die Piassava liefernden Palmwälder in Brasilien stark dezimiert wurden. Dies hatte eine Verknappung und Verteuerung der Fasern zur Folge, bis in Afrika eine Ersatzfaser, nämlich Afrika-Piassava gefunden wurde und sich der Marktentspannte. Afrika-Piassava ist eine Blattstengelfaser und wird aus der in Westafrika vorkommenden Rahia-Palme gewonnen.
