Warenkunde: Rosshaar
Der
Ausdruck "Rosshaar" umfasst hauptsächlich Mähnen- und
Schweifhaar. Es werden auch Fesselhaare der Tiere verwendet, aber für
die Bürsten- und Besenherstellung sind diese zu weich und daher kaum
von Bedeutung. Die Haarqualität ist abhängig von Rasse, Geschlecht,
Klima und Jahreszeit sowie der Haltung der Tiere. Füchse und Isabellen
liefern braunes Haar. Die besonders begehrten weißen Haare stammen
vom Schimmel. Im allgemeinen sind Winterhaare besser (kräftiger) als
Sommerhaare. Die Haare werden zunächst sortiert auf Längen, Farben
und Stärken. Der dabei anfallende Staub gilt als begehrter Dünger
und die kurzen Haare gibt man an Rosshaarspinnereien weiter. Die Haarbüschel
von annähernd gleicher Länge werden nun mit einer Maschine oder
von Hand gekämmt und zu Bündeln von ca 5cm Durchmesser geradegebunden.
Diese Bündel werden gekocht und anschließend im Trockenofen getrocknet.
Danach werden sie mit der Stockschere auf die gewünschte Länge
zugeschnitten und in die verschiedenen Bürsten- und Besenhölzer
eingezogen.
