Handwerkskunde: das Setzen
Das Setzen wurde früher als Pichen (Pechen) bezeichnet und wird
heute in seiner ursprünglichen Form nicht mehr angewandt. Früher
teilte man die gereinigten und gekämmten Haare oder Borsten in Bündel
auf und tauchte sie auf der Kopfseite in heißes Pech.
Als
Köpfe bezeichnet man noch heute die stumpfen Wurzelenden der Borsten
und Haare. Anschließend umwickelte man sie mit Faden und tauchte sie
abermals in heißes Pech. Dann setzte man sie in die Bohrlöcher
des Bürstenkörpers, wo sie nach dem Erkalten des Pechs festklebten.
Da man für's Setzen / Pechen keine durchgebohrten sondern angebohrte
Löcher braucht, besteht der Bürstenkörper, im Gegensatz zu
dem im Handeinzug verwendeten, aus einem Stück. Nach dem Trocknen erfolgte
das Ausputzen, also das Auskämmen loser Haare und Borsten. Dann das
Abscheren von überstehendem Material.
Auf diese Art und Weise wurden Bürsten, Pinsel und Besen hergestellt, bei denen es hauptsächlich auf die Feinheit des Besatzes ankam. Da das pech den Nachteil hatte, nicht mit heißem Wasser und bestimmten Lösungsmitteln in Berührung kommen zu dürfen, wurde es durch den heute verwendeten Vulkanisierkitt ersetzt. Die Arbeitsschritte sind die Gleichen, allerdings wird heutzutage das meiste maschinell gefertigt.
